Wie künstliche Intelligenz den Einzelhandel in die Zukunft bringt  

IN Artificial Intelligence — 13 February, 2018

Bei der Zusammenarbeit mit unseren Kunden, aber auch bei Vorträgen und Veranstaltungen werden wir immer wieder mit Fragen zum Thema „Künstliche Intelligenz im Einzelhandel“ konfrontiert, die die Menschen beschäftigen – von der Sorge um den Arbeitsplatz bis hin zur Überlegung, wie Algorithmen konkret für wirtschaftliche Aufgaben eingesetzt werden können. In diesem Blogbeitrag beantwortet Prof. Dr. Michael Feindt, Founder & Chief Scientific Officer, Blue Yonder, die drei häufigsten Fragen.

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Antworten von Prof. Dr. Michael Feindt

1. Man liest immer wieder, dass durch die Automatisierung Arbeitsplätze gefährdet sind. Wenn im Einzelhandel durch KI die Datenanalysen und die Entscheidungen automatisiert getroffen werden, wird dann mein Arbeitsplatz gestrichen oder wie wird sich meine Rolle verändern?

Antwort: Künstliche Intelligenz ersetzt aber nicht – wie häufig befürchtet – das Personal des Einzelhandels. In Wahrheit macht KI es stärker. Denn die Technologie befähigt die Mitarbeiter, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: zum Beispiel komplexe strategische Entscheidungen treffen, kreative Ideen entwickeln oder die Kunden fachkundig beraten. Zugegeben, die Rollen werden sich durch KI verändern – aber durchaus zum Positiven für die Mitarbeiter, denn lästige Routineaufgaben wie riesige Mengen an täglichen Bestell- oder Preisentscheidungen werden künftig schneller und präziser von Systemen übernommen.

2. Der Einzelhandel setzt schon seit vielen Jahren sehr gute und etablierte Analysetools ein. Was ist das Besondere an KI?

Antwort: Traditionelle BI-Tools beschränken sich tatsächlich nur auf die Analyse von Daten. Interpretiert und in Geschäftsentscheidungen umgesetzt werden die Analyseergebnisse aber nach wie vor von Menschen. In einer Branche, wo täglich Tausende von Entscheidungen in Echtzeit getroffen werden müssen, genügt das nicht mehr – vor allem, weil die herkömmlichen Analysetools nur eine begrenzte Anzahl von Daten verarbeiten können. Der Einzelhandel muss jedoch auf große Datenmengen aus vielen unterschiedlichen Quellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zugreifen, so zum Beispiel auch auf Wetterdaten oder Wettbewerbspreise, und aus all diesen Daten in kürzester Zeit Unmengen an Dispositions- und Preisentscheidungen treffen. Genau darin liegt die Stärke von KI.

3. KI kommt aus der Welt der Wissenschaft. Wie passt das mit der alltäglichen Geschäftswelt des Einzelhandels zusammen?

Antwort: Ich habe den intelligenten NeuroBayes-Algorithmus, der den Blue Yonder Lösungen für den Einzelhandel zugrunde liegt, ursprünglich für die Grundlagenforschung der Teilchenphysik am CERN in Genf entwickelt. Später ist mir klar geworden, dass dieser Algorithmus sich auch in der Wirtschaft und vor allem im Einzelhandel optimal einsetzen lässt, um diesen erfolgreich in die Zukunft zu bringen. Einzelhändler können mit KI der Komplexität ihrer Branche Herr werden und ihre Supply Chain, ihren Einkauf und ihren Vertrieb deutlich effizienter gestalten. Deshalb habe ich bereits 2008 Blue Yonder gegründet, um meine theoretische Arbeit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in praktischen Projekten in der Wirtschaft umzusetzen und weiterzuentwickeln. Inzwischen arbeitet Blue Yonder für viele internationale Handelsunternehmen in ganz Europa und den USA.

Haben auch Sie Fragen zu KI im Einzelhandel? Treffen Sie Michael Feindt persönlich und sprechen Sie mit ihm, am 28. Februar 2018 auf dem Bitkom Big-Data.AI Summit in Hanau!

  

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